Durch neue Behandlungsmethoden, eine modernere Medizin und durch die immer höhere Lebenserwartung steigen die Ausgaben im Gesundheitswesen laufend, so dass die Bundesregierung und die Krankenkassen immer wieder eine neue Verteilung der vorhandenen Gelder beschlossen haben. Kennzeichnend dabei war die Einführung einer Leistungsbegrenzung durch so genannte Budgets.

So unterliegen wir heute einer Reglementierung und Budgetierung, die genau festlegt, wie viele Patienten wir pro Quartal behandeln dürfen, wie viel wir für diese Patienten pro Quartal an Medikamenten ausgeben dürfen und wie viele Untersuchungen wir für diese Patienten pro Quartal abrechnen dürfen. Was darüber hinaus geht, das ist Risiko des einzelnen Arztes, dafür bekommt er kein Honorar.

Sie werden in Zukunft öfter hören, dass eine von Ihnen gewünschte und von mir auch für sinnvoll gehaltene Untersuchung nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden kann. Die Zeiten, in welchen es möglich war, ohne Krankheitsanzeichen einfach einmal alle mehr oder weniger gängigen Laborwerte zu bestimmen und andere Untersuchungen durchzuführen, sind vorbei. Jede Untersuchung soll ihren Sinn haben, soll medizinisch notwendig sein und gleichzeitig auch wirtschaftlich vertretbar.

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Was heißt das konkret?

Natürlich sollen Sie als chronisch Kranker weiterhin in meine Sprechstunde kommen und nicht ausschließlich Ihren Medikamentenwunsch an der Anmeldung abgeben.

Selbstverständlich werden Sie genauso gewissenhaft untersucht wie bisher. Es werden EKG, Lungenfunktion, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruck, Ultraschall und andere Methoden angewandt, um Ihre Beschwerden abzuklären.

Es gibt nach wie vor kostenlose Gesundheitsuntersuchungen und Hautkrebs-Screenings in 3-jährigen Abständen für Personen ab 45 Jahren und Vorsorgeuntersuchungen in jährlichen Abständen ab 40 Jahren.

Natürlich werden auch die gleichen Methoden der Behandlung angewendet wie bisher, seien es Injektionen, Infusionen, Bestrahlungen, Verbände, Impfungen oder Verordnungen. Dabei ist künftig leider die Verwendung von denjenigen Medikamenten ausgeschlossen, die in ihrer medizinischen Wirksamkeit nicht eindeutig belegt sind.

Auch die Verordnung von Krankengymnastik und Massagen bedarf einer besonderen Prüfung und kann nicht einfach als Wunschrezept abgegeben werden.

Die Regierung wünscht insgesamt eine Eindämmung der Kosten, weshalb sie die Patienten mehr zur Kasse bittet, sie nur per Überweisung zum Spezialisten vorlässt, und die Ärzte zwingt, zu sparen, weniger zu verordnen und billiger zu rezeptieren.

Andererseits eröffnet sich für Sie die Möglichkeit, sich für die so genannte „Kosterstattung" zu entscheiden. In diesem Falle zahlen Sie die Rechnungen der Ärzte als Privatpatient, reichen diese bei Ihrer Krankenkasse ein und bekommen den erstattungsfähigen Betrag zurück. Sie laufen als Privatpatient und können damit auch die optimale Diagnostik und Therapie erhalten, weil der Arzt nicht an ein Budget gebunden ist und deshalb nicht in Regress genommen werden kann, wenn er „so gut wie möglich", statt „medizinisch ausreichend und wirtschaftlich vertretbar" verordnet. Erkundigen Sie sich nach einem für Sie günstigen Modell bei den privaten Krankenkassen!

Die Folgen der Reform

Somit werden Sie künftig teilweise medizinische Leistungen vermissen, die Sie doch für sinnvoll und durchaus wichtig für sich gehalten haben. Da stehen Sie absolut nicht alleine.
Ihren Mitpatienten geht es nicht anders und auch ich bin Ihrer Meinung.

Wir werden uns daher bemühen, den Leistungskatalog so großzügig wie möglich zu deuten, möglichst viel für Sie heraus zu holen. Aber es sind leider trotzdem gelegentlich Grenzen gesetzt, die wir nicht einfach unbeachtet lassen können. Ich verspreche Ihnen aber, Sie immer darauf anzusprechen, wenn ich der Meinung bin, man müsste für Ihre Gesundheit an mancher Stelle einmal mehr tun, als gesetzlich vorgesehen ist.

Schließlich ist es der Wunsch vieler Patienten, besser als nur ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich, nämlich gut oder sehr gut versorgt zu sein. Sie haben dann immer noch die Möglichkeit, eine Wahlleistung (auf eigenen Wunsch oder auf meinen Vorschlag hin) als Individuelle Gesundheitsleistung (IgeL) gegen Bezahlung durchführen zu lassen. Wichtig ist dabei, zu wissen, dass die Unterlassung dieser Untersuchung nicht unbedingt eine Gefährdung Ihrer Gesundheit bedeutet. Es sind Leistungen, die medizinisch sinnvoll und empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig sind. Dies ist möglich, wenn z.B. keine akuten Krankheitszeichen die Durchführung einer solchen Untersuchung notwendig erscheinen lassen. Oder wenn Untersuchungen vorbeugend irgendwelche Risiken aufdecken sollen (z.B. das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen). Oder wenn z.B. die Bestimmung irgendwelcher außergewöhnlicher Laborparameter im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht vorgesehen sind. Dies ist häufig der Fall, wenn solche Untersuchungen noch nicht ausreichend belegt oder noch zu neuartig sind. Trotzdem kann die Durchführung der einen oder anderen Untersuchung / Leistung dennoch von Vorteil sein. Zu einem nicht geringen Anteil wurde dies bekanntlich auch seither schon so gehandhabt.

Dr. med. Rainer Thudium
Facharzt für Innere Medizin und Hausarzt
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